Third Language | 12-Inch | 1988 | 1C0667904841 | EEC | DMM

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EAN-Code

077779048410

Matrix

A | 7904841 – A2
B | 7904841 – B1

Plattenfirma

EMI Electrola GmbH

Infosheet

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Booklet

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BIOGRAPHIE

Der in Berlin geborene, in Köln ansässige Wolf Maahn (33) gehört zu den wenigen bundesdeutschen Musikern, auf die die Bezeichnung Allroundtalent zutrifft. Denn Maahn ist als Komponist, Texter, Sänger, Gitarrist und Produzent eine zentrale Figur im Kreise hiesiger Rockmusiker.
Nach der Food Band und den Deserteuren beginnt mit der nun aktuellen LP ‚Third Language‘ das dritte Karrierekapitel des erfolgreichen Querdenkers. Maahn – das zeigt Vergangenheit und Gegenwart – war immer für eine überraschung gut. Die Mitte der Siebziger gegründete Food Band, deren kopf und Kehle er war, stand kurioserweise nicht nur bei einer englischen Firma unter Vertrag, sondern widerlegte das überkommene Klischee vom ‚Krautrock‘ durch genuin angelsächsische Töne. Das Ensemble – u.a. dabei Gitarrist und Maahn-Langzeitpartner Axel Heilhecker – entwickelte sich trotz oder gerade wegen seiner mustergültigen Soul-Rock-Mixtur nur zu einem Kritikerthema mit Kultstatus. Folgerichtig löste sich das Quintett 1982 auf.
Zusammen mit alten und neuen Freunden – namentlich Axel heilhecker (g), Werner Kopal (b), Jürgen Zöller (dr), Paco Saval (keys), Renate Otta und Jane Palmer (bv) – formierte Wolf später die Deserteure, die auf Bühne und Platte zum Feinsten gehörten, was Musik-Deutschland zu bieten hatte. Regelmäßige und zunehmend erfolgreichere Tourneen, der legendäre Fernsehauftritt in der ‚Rockpalast‘-Nacht, sowie fünf Alben sicherten dem Septett einen hervorragenden Ruf dann auch bei einem breiten Publikum. Im Anschluß an die Veröffentlichung der Triple-Live-Edition ‚Rosen im Asphalt‘, einen Bühnen-Resumee der Deserteure-Periode, suchte der inzwischen auch als Produzent (Wolfgang Niedecken, Klaus Lage u.a.) hochdotierte Maahn nach neuen Herausforderungen.
Umdenken, Neuorientierung, Weiterentwicklung – das sind die Stichworte zum Thema Maahn ’88.
Das Ergebnis dieses Prozesses liegt nun mit ‚Third Language‘ vor; Ein Album in englischer Sprache, bestückt mit Eigenkompositionen, eingespielt mit einer Vier-Mann-Formation im Studio II der EMI Electrola, abgemischt im Londoner Westside bzw. Roundhouse Studio in Zusammenarbeit mit Bruce Lambcov (Simple minds, Peter Gabriel, Pretenders). Die Musik ist stilistisch vielfältig, leidenschaftlich – und strotzt vor Energie. Anstelle technischer Spielereien gibt es deftigen Gitarren-Donner, eindrucksvolle Kompositionen und einen großen, schmutzigen Rock-Sound.
Die Texte sind, obwohl immer im Enklang mit der Musik, kleine Werke für sich. Nach wie vor bissig und voller überraschender Gedanken, aber teilweise persönlicher und poetischer als ihre Vorgänger. Daß Maahn als Sänger eine Ausnahmestellung in der Republik einnimmt, daß er stets das Gegenteil von dem tut, was man erwartet, daß er als Künstler und Mensch die gängigen Vorstellungen sprengt, macht das Erlebnis von ‚Third Language‘ nicht nur deutlich, sondern auch zu einem anhaltenden Vergnügen.

INTERVIEW

Maahn ’88. Die Deserteure sind aufgelöst. Du singst – wieder einmal – in englischer Sprache. Wie kam es dazu?

Diese Entwicklung begann im November 1986. Ich brauchte Ruhe, mußte darüber nachdenken, was ich machte und wohin ich wollte. Ich hatte Angst vor Wiederholung, vor Trott und Routine. Ich stand vor dem Entschluß, auf Nr. Sicher zu gehen und einfach weiterzumachen, oder meinem Drang nachzugeben, wieder mal auf Abenteuer-Reise zu gehen. Das Letztere habe ich schließlich gemacht, sonst wäre ich von mir selbst enttäuscht gewesen. und letztendlich erwartet ja auch das Publikum von seinem künstler, daß er das tut, wozu er Lust hat.

Die Unterschiede zwischen den Deserteuren und dem ‚Third Language‘-Quartett könnten deutlicher nicht sein: hier viele Instrumente, Chöre, Farben, dort dominanter Gitarrensound, Reduktion auf das Wesentliche…?

Der ‚Third Language‘-Sound ist eine Folge von der Art, wie wir die Deserteure-Songs umgesetzt haben. ich bin mir rückblickend nämlich unsicher, ob der Unterschied zwischen den Demos, die ich seinerzeit angefertigt habe, und den späteren LP-Versionen nicht doch zu groß war. Das jetzt von mir praktizierte ökonomische Vergehen hat den Songs – wie ich feststellte – sehr gut getan. Darum haben wir bei ‚Third Language‘ auf Chöre und allzuviel Keyboards verzichtet.

Kann man davon ausgehen, daß die Songs auf ‚Third Language‘ näher an der ursprünglichen Demo-Version sind als frühere Deserteure-Stücke es waren?

Ja, auf jeden Fall! Wenn sie sich verändert haben, dann radikal. Das heißt: Meine Grundidee ist nicht bloß aufgestockt durch Keyboards und Chöre, sondern wirklich in eine andere Richtung gegangen.

Wie geht so ein Kurswechsel vor sich – Planung oder Intuition?

Eindeutig letzteres. Intuition ist für mich der ideale Zustand. leider allerdings paßt diese Zuständigkeit schlecht ins moderne Leben. Die allermeisten haben diese Fähigkeit vollkommen eingebüßt. Sie wiederzuerlangen, ist für mich sehr wichtig – gerade in punkto Musik. Manchmal höre ich Songs bewußt nebenbei und warte auf meine reaktion. Wenn der Kick kommt, gut! Dann ist es auch egal, ob eine Gitarre zu spitz gefiltert ist, ob ein Schlagzeugbreak nicht stimmt, und ähnliches. irgendwann hört man den Song als Ganzes.

Wie lernt man Intuition?

Ein rezept gibt es sicherlich nicht dafür. Aber man kann versuchen, die permanente Zweckbebundenheit unseres Denkens ud Handelns auszuschalten. Sehr wichtig auch: Ausgeglichenheit, der Abbau dieser dauernden Ablenkungen. Musik sollte an sich etwas rein Intuitives sein und da wollten wir wieder hinfinden. Deswegen haben wir auch viel gejammt bei dieser Produktion. Es gibt davon noch 40 Stunden Musik auf Band.

Du hast nach ‚Rosen Im Asphalt‘ die Deserteure aufgelöst und eine längere Pause eingelegt. Warum?

Nach der Produktion mit Wolfgang Niedecken wollte ich für mich die Situation der Freiheit schaffen. Ich wollte Freiraum, um etwas Neues zu machen nach all den LP-Produktionen und Live-Auftritten. Ich war nicht eigentlich unzufrieden mit der Band == es sind allesamt brillante Musiker und unser Triple-Live-Album halte ich nach wie vor für ein Meisterwerk! Dennoch hatte ich den Eindruck, daß sich im kreativen Bereich Wiederholungsmuster eingeschlichen hatten. Irgendwie waren wir an die Grenzen dieser Formation gestoßen. Um eine solche Sache dann aus irgendwelchen dubiosen Beweggründen durchzuziehen, dafür habe ich zuviel Abenteuergeist. Dieses Prinzip des Weiter, dieses Motto ‚Laß uns mal schauen, wie lange das Publikum uns noch mag?!‘ liegt mir überhaupt nicht. Darum schuf ich mir eine Situation ohne drückende Termine. Ich habe mich – wie seinerzeit 1982 – auch vor die Frage gestellt, ob ich Deutsch oder Englisch singe. Habe tausende Argumente für beides gefunden…?

Welche im einzelnen?

Die Argumente fürs Deutsche liegen auf der Hand. Ich bin Deutscher. Deutsch ist meine Muttersprache. Auch die Tatsache, daß das Publikum mich direkt versteht, weiß ich zu schätzen. Andererseits – und da gibt es keine Zweifel – ist Deutsch eine recht eckige Sprache. Man muß lange suchen und probieren, bis die Worte zur Musik passen. Andererseits stehe ich nicht wie die meisten meiner deutschsprachigen Kollegen in der Tradition der Liedermacher. Für mich waren Soul, Van Morrisson, Psychedelic und Beat der Sechziger der Anstoß, selbst Musik zu machen. Durch diese Herkunft lag mir die englische Sprache musikalisch immer näher als das Deutsche. So habe ich z.B. auch während der Deserteure-Zeit die Demos grundsätzlich ins Englische gesungen.

Man kann in Deinem Fall ja auch auf die Food Band-zeiten verweisen und sagen: Du machst wieder mal ein Album in englischer Sprache?

Richtig! Ich will auch grundsätzlich immer die Freiheit behalten, eine LP in der Sprache aufzunehmen, die ich gerade favorisiere. Keine Frage: ich bin auch heute noch zufrieden mit und stolz auf meine deutschsprachigen Alben. Wer weiß: Vielleicht werde ich im Laufe meiner Karriere noch des öfteren zwischen den Sprachen pendeln. Es gibt – auch in hinblick auf meine Vergangenheit – keinen Grund, immer nur und ausschließlich Deutsch zu singen. ich bin in englischsprachigen Bands groß geworden, habe angelsächsische Musik gehört. Viele deutsche Interpreten, die heute anfangen, singen Englisch. Nicht zuletzt wegen unserer Hörgewohnheiten.

Hättest Du auch Lust, im Ausland zu spielen?

Das ist gar keine Frage! Die Beschränkung auf den deutschen Sprachraum wird irgendwann auch einmal Routine. Bei den Festivals und sontigen größeren Veranstaltungen, die die Deserteure absolviert haben, sah man im Endeffekt immer dieselben Gesichter. Das weckte bei mir Ausbruchsgelüste. Es geht nicht darum, sich von der hiesigen Szene zu verabschieden. Aber ich würde gerne im Ausland auftreten.

Hat die hinwendung zum Englischen auch inhaltliche Folgen?

Im Land der Dichter und Denker werden zuallererst die Texte unter die Lupe genommen. Im Englischen hat man da einen viel größeren Spielraum. Leider gibt es in Deutschland viel Verkrampfung im Hinblick auf texte – erstens, weil es schwierig ist, locker zu schreiben und zweitens, weil jeder weiß, wie man ihm auf die Finger schaut.

Noch einmal zurück zu der Anfangsfrage: Was hat sich textlich getan auf ‚Third Language‘?

Ein Großteil der Stücke sind Lovesongs, die allerdings auch Probleme widerspiegeln. Ich finde, man sollte die Andersartigkeit seines Partners akzeptieren und darüber hinaus eine Utopie entwickeln, die den Gegenüber selbstredend anerkennt. Daher auch ‚Third Language‘. Diese Kommunikationsebene liegt jenseits von Sprache – dort, wo man sich durch Berührung, Zärtlichkeit und eben auch Intuition versteht. Die Single ‚Language of Love (We Don’t Talk)‘ handelt von dieser Utopie des non verbalen Verstehens. Sprache verstellt ja auch viel. Lügen kann man nur mit Worten…

Wie hast Du dich gefühlt, nachdem die Pflicht als Deserteure-Anführer und termingeplagter Produzent von Dir genommen war?

Gut! Sehr gut! Es kam sehr viel Unternehmungsgeist auf, etwas Vibrierendes. Das war ein echter kreativer Schub, zu wissen, daß nicht die nächste Platte, die nächste Tournee, die nächste Interviewreise anstehen.

Wie war die Zusammenarbeit mit den Musikern, die bei ‚Third Language‘ mitwirkten?

Sie verlief wesentlich homogener, organischer und enger als bei den letzten Deserteure-Produktionen. Außer Axel (Heilhecker), der wieder dabei ist, spielt mein Bruder Hans Bäär (b) und der Schlagzeuger Ralph Gustke mit. Er wurde mir von Armin Rühl, dem jetzigen Grönemeyer-Drummer, empfohlen. Sein fachlicher Rat traf wirklich zu. Gustke ist eine wirkliche Entdeckung. Die neuerliche Zusammenarbeit mit Axel hat einen einfachen Grund: Er hat nach all den gemeinsamen Jahren am ehesten eine Antenne dafür, was ich will. Zwischen uns herrscht eine breite übereinstimmung. Ganz besonders freut mich aber auch die Zusammenarbeit mit meinem Bruder. Wir haben ja schon in jungen Jahren zusammen gespielt. Dann – als er mit der Musik seinen Lebensunterhalt verdienen mußte – kam immer irgendwas dazwischen: erst Hölderlin, dann Gianna nannini, denn Fehlfarben, dann Kowalski… Aber die Idee, mal etwas gemeinsam auf die Beine zu stellen, haben wir nie aus den Augen verloren. Es war genau das, was ich erwartet hatte: Verständigung ohne Worte. Und sein Bass-Spiel ist auch immer einen Tick besser, als das, was ich mir vorgestellt habe bei dem jeweiligen Stück. ‚Language of Love (We Don’t Talk)‘ ist übrigens zum Großteil von ihm geschrieben.

Wie kamst Du auf die Idee, mit Daddy Colonel einen ‚MC‘ für ‚Prisoners‘ zu engagieren?

Ich höre sehr gern BFBS und da genau ‚Ronegan’s Rocker’s, eine Sendung, in der ungeheuer abgehobener Dub-Reggae gespielt wird. Das hat mich so beeindruckt, daß ich mehrere Sendungen mitgeschnitten habe. Auf Daddy Colonel kam ich durch Alan Bangs, der auch auf diese Musik steht und sehr viele kontakte in dieser Richtung hat. Als Daddy Colonel ins Studio kam, ging er nach einmaligem Hören des Songs ans Mikro und war – wie sie das selbst nennen – direkt der ‚Master of Ceremony‘. Später besuchte ich ihn in seinem winzigen Studio, wo er auf ca. sechs Quadratmetern mit zig Freunden Platten produzierte. Dort haben wir vereinbart, daß wir uns auch in Zukunft nicht aus den Augen verlieren.

Thema: Wolf Maahn als Gitarrist. Man weiß, das Du – merkwürdigerweise – linkshändig spielst, die Saiten allerdings in der ursprünglichen Weise aufgezogen hast. Wie gut bist Du als Gitarrist?

Ich bin besser geworden. So unsauber mein Gitarrenspiel manchmal sein mag – gerade diese Produktion hat mir in dieser Hinsicht viel Selbstvertrauen gegeben. Gerade nämlich die Unsauberkeit, diese Merkwürdigkeit mit linkshändig und Saiten quasi falschherum gibt der Sache ihren besonderen Reiz, diese ubehobelte Note…!

Wo habt Ihr aufgenommen?

Die Basic tracks wurden in den EMI-Studios aufgenommen. Als Toningenieur hatten wir übrigens denselben Mann, der seinerzeit das erste Food-Band-Album aussteuerte: Trevor Hallesy. Gemischt wurde in den Londoner Roundhouse und Westside Studios. Im Roundhouse sind seinerzeit auch Teile des Food-Band-Debüts entstanden.

Fiel es Dir schwer, einen Mann wie Bruce Lambcov als Co-Produzenten oder Mixing Engineer zu akzeptieren, wo Du doch selbst Produzent bist?

Es war – ehrlich gesagt – nicht leicht!. Aber Bruce war lange Jahre Bob Clearmountains rechte Hand. Als Top Engineer, der auf der Kippe zum Top-Produzenten steht, hat er natürlich Erfahrung aus zig internationalen Produktionen. Er hat die Songs mit frischen Ohren durchgehört und nach seinem Geschmack gemischt. Das zu akzeptieren, war zeitweise wirklich nicht leicht. Ich durfte z.B. manche Regler nicht benutzen, obwohl dieses Hineingreifen ins Mischpult für mich das Normalste der Welt ist. Aber – zum Glück muß man sagen – war ich mit seiner Mischung tendenziell einverstanden. Danach hatte ich immer zirka ein Dutzend Beanstandungen, die Bruce auch akzeptiert hat.

Warum überhaupt ein Mann wie Lambcov?

Es ging darum, einen Außenstehenden zu haben, der die Stücke nicht schon 500 mal gehört hatte.

Bist Du eigentlich gespannt auf die Reaktion des Publikums?

Sicher – sehr sogar! Ich habe das abgeliefert, was ich in dieser Phase meines Lebens machen mußte. Ich kann nicht nach dem Geschmack des Publikums schreiben. Da gehe ich dann lieber Risiken ein – wie mit diesem englischsprachigen Album.

Letzte Frage: Schon zu Zeiten der Food Band hat man Dich als den besten englischsingenden Deutschen bezeichnet. Gilt dieser Bonus heute noch?

Ich schätze ja. Im ‚Melody Maker‘ stand anläßlich einer Food-Band-Kritik: ‚Lyrics chew loosely over localismus diminshing rooming space…‘, was auf gut Deutsch soviel heißt wie: Die Texte gehen locker über die Begrenzung hinweg, die durch meine Herkunft bedingt sind. Und ich glaube, daß mein Englisch seit damals noch besser geworden ist. Daß ich akzentfrei singe, bestätigt mir auch Bruce Lambcov, und der sollte es ja wohl wissen…“

LINER NOTES

THIRD LANGUAGE / LANGUAGE OF LOVE: Zu viele Worte, zuviel Gerede, zuviel Analysieren – nicht genug sehen, nicht genug berühren, nicht genug wissen. Dann plötzlich – eine magische Situation! Vielleicht ’nur‘ ein Blickkontakt, der zeigt, dass es möglich ist: ein stilles, selbstverständliches, tiefes Verstehen.

PARADISE TODAY / THIRD LANGUAGE: Ich versuche zu lernen, mehr als Dankbarkeit zu empfinden. Wann immer ich es schaffe, bin ich wirklich glücklich. Es klingt vielleicht verrückt, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass gerade in schweren Zeiten Dankbarkeit für mich das Heilmittel ist.

CRON OF CREATION / THIRD LANGUAGE: Ich glaube, was wir im kleinen Rahmen nicht packen, packen wir auch nicht im Grossen. Gelingt es zwei Liebenden nicht, sich zu respektieren, wie sollten es dann Grossmächte tun?

BACK WHERE WE STARTED / OVER YOU / CROWN OF CREATION: Beziehungen sind verrückte Angelegenheiten. Man setzt sich hin, denkt nach, redet darüber oder fängt gar an, sie zu analysieren. Mit dem Ergebnis, dass man doch nie ein vollständiges Bild von der Sache bekommt.

PRISONERS: Wir waren bei einem Essem mit dem Produktionsteam vom Westside Studio in einem noblen Londoner Hotel. In Verlauf des Abends geriet ich dort in einen Saal, wo gerade ein Art Kostümball stattfand. Die eingeladene karibische band vermittelte pure Lebensfreude – die Partygäste mit Clown-Mützen und Cowboy-Hüten machten Gesichter als kämen sie gerade von einer Beerdigung.

CIVILIZATION SUCKS: Neulich las ich eine interessante Behauptung: Die meisten zivilisierten Menschen haben verlernt, richtig zu atmen…

LOAD THIS TRAIN: Neben Südamerika war auch Südwest-Afrika ein willkommener Zufluchtsort für emigrierte Nazis. Der Faschismus grassierte dort eh seit langer Zeit und tut es auch heute noch in übelster Weise!

WATER IN MY SHOES: Ein schönes Bild von John (C. Barry), passt gut zu der Phase meines Lebens; wo ich alles nur scheisse fand uns mir schliesslich eingestehen musste, dass diese Einsicht allein, mir auch nicht weiterhilft.

ZEITTAFEL

1955
geb. 25.3.1955, Berlin

1957
Umzug der Familie nach München

1965
erste Gitarre

1968
erste Schülerband in München

1970
Umzug der Familie nach Köln

1975
Gründung der Food Band

1976
erste Food Band-Single ‚Like A Machine‘

1978
die Food Band-Nummer ‚Send Me Up To Mona‘ plaziert sich auf Platz eins der WDR-Hörercharts

1979
LP ‚Food Band‘, Electric Records; Veröffentlichung nur in England, Clubgigs in England

1980
LP ‚Last Year’s Album‘; Wiederveröffentlichung des Debüts mit anderer Titelfolge, VÖ i-BRD, Holland, erste BR Deutschland-Tour; Auftritte bei Festivals u.a. mit Bob Marley und Fleetwood Mac

1981
‚Inter City Expedition‘-Tour
LP ‚Rhythm’n’Juice‘
10/81 Rhythm’n’Juice-Tour
Diverse Produktionen holländischer & belgischer Newcommerbands

1982
4/82 Co-Produktion der Joseph Beuys-Single ‚Sonne Statt Reagen‘;
Auflösung der Food Band;
6/82 Solo-SG ‚Sag Mir Wo Die Blumen sind‘;
verschiedene TV-Auftritte;
Live-Premiere der Deserteure in Bonn anläßlich einer Friedensdemonstration:
300.000 Zuschauer
7/82 LP ‚Deserteure‘
9/82 erste Deserteure-Tour im Vorprogramm von Roxy Music

1983
1 & 2/83 Clubtournee der Deserteure
4 & 5/83 Blinde Passagier-Tournee
6 & 7/83 Festival-Auftritte und ‚Rockpalast‘-Aufzeichnung; Wechsel zu EMI Electrola
10/83 LP ‚Bisse und Küsse‘, EMI
11 & 12/83 Bisse und Küsse-Tour

1984
2/84 Bisse und Küsse-Tour , Teil II
6 & 7/84 Festival-Auftritte u.a. mit Bob Dylan
11/84 LP ‚Irgendwo In Deutschland‘, EMI
LP erreicht Platz drei beim MÜV von ME/Sounds

1985
1/85 Chartentry von ‚Irgendwo In Deutschland‘ und Single ‚Fieber‘
2 & 2/85 Irgendwo In Deutschland-Tour mit Armin Rühl als Schlagzeuger
30. & 31.3.85 Die Deserteure treten als erste deutsche Band in der ‚Rockpalast‘-Nacht auf. Die in 14 Ländern ausgestrahlte Sendung wird u.a. von Paul Young, Al Jarreau und dem via Satellit zugeschalteten Prince bestritten.
65-7/88 Festival-Auftritte in BRD, Schweiz und Holland; LP ‚Irgendwo In Deutschland‘ notiert seit einem halben jahr in den Charts und verkauft 100.000 Einheiten
11/85 Aufzeichnung ‚RockPop in Concert‘

1986
2/86 LP ‚Kleine Helden‘, diverse TV-Auftritte
3-5/86 Chartentry LP ‚Kleine Helden‘; gleichnamige Tournee
6/86 Festival-Auftritte in BRD und Österreich
26. & 27.7.86 Auftritt der Deserteure beim Anti-Waahnsinns-Festival in Burglengenfeld
8/86 Wolf Maahn & Unterstützung Single ‚Tschernobyl – das letzte Signal‘;
Auftritt beim Anti-AKW-Festival in der Berliner Waldbühne
11/86 Triple-Live-LP ‚Rosen Im Asphalt‘

1987
10.1.87 Das Video zu ‚Karussell‘ erhält den ‚World Music Video Award‘, der von einem Zusammenschluß von Kabelsendern verliehen wird. Die Preisverleihung in München wird von ca. 140 Mio. Zuschauern gesehen.
2/87 Wolf Maahn wird von den Lesern der Music Szene zum ‚besten deutschen Sänger‘ gewählt. Im Poll von ME/Sounds rangieren die Deserteure auf Platz zwei ‚Gruppe National‘.
Auflösung der Deserteure
4-9/87 Vorbereitung auf die LP ‚Third Language‘
9/87 Produktionsbeginn ‚Third Language‘

1988
1 & 2/88 Fertigstellung der LP ‚Third Language‘ in London
3/88 Veröffentlichung der Single ‚Language Of Love (Wie Don’t Talk)‘
4/88 Veröffentlichung des Albums ‚Third Language‘

Inner Sleeve

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THIRD LANGUAGE / LANGUAGE OF LOVE: Zuviele Worte, zuviel Gerede, zuviel analysieren – Nicht genug sehen, nicht genug berühren, nicht genug wissen. Dann plötzlich – eine magische Situation! Vielleicht „nur“ ein Blickkontakt, der zeigt, dass es möglich ist: Ein stilles, selbstverständliches, tiefes Verstehen.

PARADISE TODAY / THIRD LANGUAGE: Bei all diesen vielen Dingen, die wir für ungerecht oder abartig halten und gegen die wir kämpfen, ist es wichtig zu wissen, dass da jede Menge ist, wofür wird dankbar sein können. Ich beginne zu verstehen, dass Dankbarkeit auf eine einfache Art sehr glücklich macht. Man genießt mehr die sogenannten „Selbstverständlichkeiten“ und in letzter Konsequenz ist man freier und lässt auch andere „freier“. „but remember brothers and sisters / you can still stand tall / just be thankful for what you got“ (William Dé Vaughn)

PRISONERS: Wir waren bei einem Essen mit dem Produktionsteam vom Westside Studio in einem noblen Londoner Hotel. Im Verlauf des Abends geriet ich dort in einen Saal, wo gerade eine Art Kostümball stattfand. Die eingeladene karibische Band vermittelte pure Lebensfreude – die Partygäste mit Clown-Mützen und Cowboy-Hüten machten Gesichter als kämen sie gerade von einer Beerdigung.

BACK WHERE WE STARTED / OVER YOU / CROWN OF CREATION: Beziehungen sind verrückte Angelegenheiten. Man setzt sich hin, denkt nach, redet darüber oder fängt gar an, sie zu analysieren. Mit dem Ergebnis, dass man doch nie ein vollständiges Bild von der Sache bekommt.

CROWN OF CREATION / THIRD LANGUAGE: Ich glaube, was wir im kleinen Rahmen nicht packen, packen wir auch nicht im Grossen. Gelingt es zwei Liebenden nicht, sich zu respektieren, wie sollten es dann Grossmächte tun?

LOAD THIS TRAIN: Neben Südafrika war auch Südwest-Afrika ein willkommener Zufluchtsort für emigrierte Nazis. Der Faschismus grassierte dort eh seit langer Zeit und tut es auch heute noch in übelster Weise.

WATER IN MY SHOES: Ein schönes Bild von John (C. Barry) passt gut zu der Phase meines Lebens, wo ich alles „nur scheisse“ fand und mir schließlich eingestehen musste, dass diese Einsicht alleine, mir auch nicht weiter hilft.

CIVILIZATION SUCKS: Neulich las ich eine interessante Behauptung: Die meisten zivilisierten Menschen haben verlernt, richtig zu atmen.

Tracklist

A1 | Third Language | M. + T.: Wolf Maahn | 5:59
A2 | Paradise Today | M.: Wolf Maahn; T.: Wolf Maahn, John C. Barry | 5:01
A3 | Prisoners | M. + T.: Wolf Maahn | 5:14
A4 | Language Of Love <We Don’t Talk> | M.: Wolf Maahn, Hans Bäär, R. Elze; T.: Hans Bäär, John C. Barry | 5:11
A5 | Over You | M.: Axel Heilhecker; T.: John C. Barry, Wolf Maahn | 3:50
B1 | Crown Of Creation | M. + T.: Wolf Maahn | 5:19
B2 | Load This Train | M. + T.: Wolf Maahn | 5:02
B3 | Water In My Shoes | M.: Wolf Maahn; T.: John C. Barry, Wolf Maahn | 3:59
B4 | Back Where We Started | M.: Wolf Maahn; T.: Wolf Maahn, John C. Barry | 3:39
B5 | Cevilization Sucks | M.: Wolf Maahn; T.: Wolf Maahn, John C. Barry | 5:13

Besetzung | Line Up

Band:

Wolf Maahn | voc, git, keyb.
Hans Bäär | bass, voc
Ralf Gustke | dr, voc
Axel Manrico Heilhecker | leadgit., voc

Guests:

Daddy Colonel | mc on „PRISONERS“
Mattias Keul | key. on „THIRD LANGUAGE“
Leroy Williams | perc. on „THIRD LANGUAGE“

Texte

Third Language
Paradise Today
Prisoners
Language Of Love <We Don’t Talk>
Over You
Crown Of Creation
Load This Train
Water In My Shoes
Back Where We Started
Cevilization Sucks

Anmerkungen | Sonstiges

– Keine –

Seltenheitsgrad

– selten zu finden


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