Rosen Im Asphalt | 12-Inch | 1986 | 1C3LP1981472053 | EEC

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EAN-Code

5099914720536

Matrix

Var. 1:
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Plattenfirma

EMI Electrola GmbH

Bandarole

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Booklet Nr. 1

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Über dieses Album

Ich habe mich lange Zeit gegen die Idee eines Live-Albums gewehrt. zu wenig Kreativität schien da gefordert zu sein, zu viel Arbeit an künstlerischen Ausdruck, der seine besondere Bedeutung nur durch die Unmittelbarkeit des Live-Geschehens zu haben schien. Jetzt ist es sogar ein 100-minütiges „Dokument“ geworden. Allerdings, wie ich hoffe, mehr als das, und dieses „mehr“ hat mich letzendlich auch zur Änderung meiner Einstellng bewogen.

Natürlich hat es jeden Song schon in einer Studioversion gegeben, aber die Kreativität, die bei fast jedem Auftritt und speziell auf der „Kleine Helden“-Tour in der allabendlichen Interpretation neu entstand, war doch sehr speziell und schließlich wert, festgehalten zu werden.

Mein Dank gilt da an erster Stelle der Band, die es schaffte, nicht nur die Songs nach und nach um viele schöne Arrangements-Details zu bereichern, sondern vor allem (und jetzt kommt’s nämlich!) mir in meiner Absicht in nichts nachstand, das vermeintliche Übel der Routine umzuwandeln in den Vorteil der „traumwandlerischen Sicherheit“, auf dessen Basis sich die Musik, die wir machen, live erst richtig entfalten konnte.

Es entstand das, was für mich viele magische Momente dieser Tour ausmachte, eine Art Mitschwingen von allen Anwesenden mit den Rhythmen, Melodien und Stimmungen: eine für Stadthallen und Großdiscos erstaunlich intensive gefühlsmäßige Kommunikation!

Begegnungen

Alles Lüge. Alles wahr. Alles Scheiße. Alles gut. Eindeutigkeit ist eine schwierige Sache in zweideutigen Zeiten. Wahrheit ist etwas beliebiges. Standortbezogen. Eine Frage der Gruppenzugehörigkeit. Eine Geschmacksfrage. Wer Stellung bezieht, geht das Risiko ein, mißverstanden zu werden. Wer sich festlegt, läuft Gefahr, von allen Meinungshuren angespuckt zu werden. Wolf Maahn ist so einer von diesen Wahnsinns-Kandidaten. Er hat den Mut zur Feigheit und nennt seine Band „die Deserteure“. Er hat die Courage, „nur“ ein „kleiner Held“ zu sein. Er hat den Mumm, nur scheinbar offene Türen einzurennen und nach Tschernobyl eine Single wie „Tschernobyl (das letzte Signal)“ zu veröffentlichen. Er hat mehr als eine Meinung.

Wolf Maahn hat nicht die wasserdichte, aggressive Überlegenheit eines Herbert Grönemeyer, er ist nicht der verschwitzte, hemdsärmelige Kumpeltyp wie Klaus Lage, er hat nicht die freche Schnauze eines Rio Reiser. Er ist nicht der muskulöse Kraftmeier wie Maffay. er hat nicht die oberlehrerhafte Arroganz eines H. R. Kunze und schon gar nicht die verquere Flexibilität eines Udo Lindenberg. Maahn ist – so blöd das klingen mag – zuviel Mensch, um den überlebensgroßen Star zu mimen. Man darf vermuten, daß er auch auch gar nicht vorhat, als stets souveränes, zurechtgemachtes Identifikationsmodell durch die Gegend zu laufen. Er will nicht Blaupause und auch nicht Statthalter unserer Träume sein. In einem Fernsehinterview hielt er mitten in einer Antwort inne und fragte die Moderatorin: „Wie war nochmal Deine Frage?“ Seine Ansagen auf der Bühne sind nicht selten von einer verwegenen Offenheit. Wer ihn länger kennt, weiß: Wolf Maahn lebt und handelt aus einer seltsamen Mitte heraus, wenn man ihm begegnet, hat man manchmal das Gefühl, er schaue durch einen hindurch, höre nicht zu oder sei mit irgendetwas beschäftigt, dessen Sinn und Wichtigkeit wir anderen noch nicht begreifen. Es ist nicht leicht, an ihn heranzukommen und fast unmöglich, ihn zu beeinflussen. Man könnte sich fragen, was eigentlich an ihm dran ist.

Am besten wird diese Frage beantwortet durch die Musik, die in dieser Kassette steckt: 120 Minuten, die mehr zur Person Wolf Maahn sagen als alle Interviews und jede noch so kluge Kritik.

Teddy Hoersch

Hinterher „Total gut drauf“

Wolf Maahn & die Deserteure – eine Live-Band mit Lust am Leben

Fulda. „Geht absolu direkt ins Blut!“ – die Musik von Wolf Maahn & den Deserteuren. Ein Live-Konzert, das Seinesgleichen sucht, erlebte der Fuldaer Jugendtreff. Eigentlich konnte auch gar nichts schiefgehen. Der Wahl-Kölner, von vielen Kritikern als „deutscher Bruce Springsteen“ klassifiziert, schreibt Lieder und Texte voller Spannung und Intensität, hat eine hervorragende Band um sich geschart und verfügt als Produzent auch über das nötige technische Know-how, mit dem er die Klangqualität seiner Platten sauber auf der Bühne reproduzieren kann – auch in einem Saal mit relativ schlechter Akustik.

Von der ersten Minute an war „Dampf“ drin. „Irgendwo in Deutschland“ als Opener kam härter und Pointierter als auf Platte, und ohne Anlaufschwierigkeiten ging’s weiter. Geschliffen und glasklar im Ton – aber nicht ohne Ecken und Kanten und schon gar nicht steril. Maahns Gegner werfen ihm vor, seine Texte seien vielfach zu pessimistisch, verbreiteten Weltuntergangsstiummung.

Davon war im Jugendtreff wenig zu spüren. Da stand nämlich einer auf der Bühne, der einen Appell für die geballte Lust am Leben formulierte („Sprüh alles raus, schrei es raus, fühl es raus“) und aufforderte, nie im Leben aufzugeben und seinen eigenen Wert zu erkennen („Kleine Helden“, „Wunder dieser Zeit“). Den Oberlehrer hat Maahn nicht drauf, textliche Plattitüden sind die Ausnahme. Visionen einer kalten, gefühlsarmen Welt wie in „Rosen im Asphalt“ zu beschreiben, über das Gelingen dieses Versuchs kann man geteilter Meinung sein. Immerhin ist dieses Stück aufgrund seines ganz unterscvhwelligen Soulfunk-Rhythmus und des ungeheuren Trommelwirbels (Maahn versteht auch als Schlagzeuger sein Handwerk), den die Band im wahrsten Sinne des Wortes entfacht, trotzdem noch hörenswert.

Politik findet in unaufdringlicher Subtilität statt; der Künstler beläßt es bei Andeutungen und überläßt dem Publikum die Assoziationen wie in dem Stück „Nicaragua“, in dem Maahn von einem „kleinen Mädchen“ erzählt, „das nachts von seinem Onkel Sam auf die Straße geschickt wird, ohne einen Cent dafür zu kriegen“. Und in seinen Balladen und Liebesliedern („Ich wart‘ auf Dich“) beweist er, daß man auch Persönliches und Intimes so ausdrücken kann, daß es nicht ins Peinliche abdriftet.

Eine Liebeserklärung anderer Art gibt Maahn in seinem Zugabenblock: Der „Bimbo-Club“ mit Medley alter Soul-Titel unter anderem von Sam & Dave, Eddy Floyd und Wilson Pickett ist der „schwarzen Musik“ gewidmet, für die Wolf Maahn eine Vorliebe hat, die er nicht verhelen kann und wohl auch nicht will. Und da läuft seine Band – Axel Heilhecker (Gitarre), Werner Kopal (Baß), paco Saval (Keyboards), Jürgen Zöller (Schlagzeug) sowie die beiden famosen Sängerinnen Renate Otta und Jane Palmer – noch einmal zur absoluten Höchstform auf. Wer das Konzert in Fulda nicht gesehen hat, sollte dies schleunigst anderswo nachholen. Die Spielfreude und Intensität von Wolf Maahn & den Deserteuren überträgt sich garantiert. Nach zweieinhalb Stunden verläßt man den Saal um einiges besser gelaunt als man zu Beginn war – eben „Total gut drauf“.

Harry Wagner
(Aus Fuldaer Zeitung, vom 24.4.86)

Hallo Wolf!

Mittlerweile ist es 5.40 Uhr, wir haben uns doch dafür entschieden, nicht ins Bett zu gehen, sind nämlich immer noch total überwältigt vom Konzert, das ganze Feeling ist allerdings schlecht in Worte zu fassen. Hat auch Spaß gemacht, mal mit Dir zu reden, obwohl einem in so’nem Moment natürlich nix von dem einfällt, was einen interessiert.

Irgendwie blöd, daß jetzt alles so normal weitergehen soll, dabei läuft man fast über vor Eindrücken und Gefühlen. So ein Konzert macht immer unheimlich viel Power, man kriegt eine ganz andere Beziehung zum Alltag. Vielleicht ist das das Fieber?! Gibt Dir irgendwo das Gefühl, nicht alleine zu sein, daß es Leute gibt, die Dich verstehen und denen es genauso geht. Depremierend ist bloß, daß es für uns ein tolles Erlebnis war, und Du’s wahrscheinlich schon wieder vergessen hast.

Kommt Ihr nicht nochmal irgendwo in die Nähe auf Tour? Falls es sowas gibt, könntest Du uns ja mal ’nen Tourplan schicken, vielleicht sehen wir uns ja dann nochmal!

Irgendwer hat ja Photos gemacht, mal sehen, ob da was von der Stimmung rüberkommt?! Wenn ja, schicken wir eins vorbei. Zum Ich-weiß-nicht-wievielten-Mal „Danke für’n Haufen guter Feelings und liebe Grüße an die ganze Band“. Ach ja, liest/beantwortest Du solche Briefe eigentlich? So, jetzt fällt uns nichts mehr ein, oder jedenfalls können wir’s nicht aufschreiben, ist wohl alles noch nicht so ganz verdaut.
Tschüß und hoffentlich bis bald!

Anke u. Angie

Booklet Nr. 2

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HALLO
Zuerst war ich nicht so angetan von einer Live-LP, weil es mir mehr Spaß macht, im Studio etwas neues zu machen; aber auf der letzten Tour hat sich die band so gesteigert, daß ich mir nach der Hälfte der Tour überlegt habe: da m üßte man mal mitschneiden.
Im Nachhinein war das eine sehr gute Entscheidung; wir haben unheimlich powermäßige Mixe hinbekommen, ohne die Live-Atmosphäre zu verlieren. „Fieber“ – mit der Reaktion des Publikums – war so einer der Momente, wo ich mir gesagt habe, sowas müßte man auch auf Platte rüberbringen. Ich glaube, daß diese Live-LP zeigt, was Live-Musik heute in Deutschland sein kann. Wir sind sehr stolz auf das Album, und wir hoffen, daß es ein Gewinn ist für die gesamte deutsche Rockszene, denn es geht ja gerade erst los mit Live-LP’s, und wir sind eine der ersten Bands, die ein Live-Album rausbringen. Ich habe das Gefühl, daß es ein sehr gutes Live-Album geworden ist.
Es wird ein Tripple-Album werden, denn wir konnten uns nicht entschließen, viele Stücke, an denen wir hängen, rauszulassen, denn wir hängen an jeder Nummer.
Es werden also 5 Seiten Live-Musik, und die 6. Seite ist die Maxiversion der Studiosingle „Hokuspokus“. Die LP heißt „Rosen im Asphalt“, nach einem bekannten Stück von uns. Es ist ein aufklappbarer Karton mit 3 LP’s (Kassette) – das gibt dem ganzen einen zeitlosen Wert, und ich finde, das hat es auch verdient.

Sticker

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Tracklist

A1 | Intro (Kleine Helden) | 1:36
A2 | Irgendwo In Deutschland | 4:57
A3 | Die Sucht Der Träumer | 4:02
A4 | Der Clown Hat Den Blues | 4:06
A5 | Rosen Im Asphalt | 4:58
B1 | Seltsamer Tag | 5:28
B2 | Ich Wart‘ Auf Dich | 4:47
B3 | Ich Will Dir Meine Liebe Geben | 5:04
B4 | Der Hobby-Freud | 8:38
C1 | Ich Bin Erregt | 5:23
C2 | Nicaragua | 4:22
C3 | Kleine Helden | 4:09
C4 | Fieber | 3:41
C5 | Deserteure | 4:23
D1 | Wunder Dieser Zeit | 7:42
D2 | Direkt Ins Blut | 8:41
D3 | Der Stadtpirat | 5:30
E1 | Bimbo-Club Live Party | 11:28
E2 | Total Gut Drauf | 6:45
F1 | Hokuspokus (Maxi Version) | 5:58

Besetzung | Line Up

Band:

Axel Manrico Heilhecker | Lead Git.
Werner Kopal | Bass
Renate Otta | Voc., Keyb., Perc., Temple Blocks
Jane Palmer | Voc., Cong., Keyb., Temple Blocks
Paco Saval | Keyb.
Jürgen Zöller | Drums, Voc.
Wolf Maahn | Lead Voc., Rhythm Git.

Guest Performances:

Niki Zöller | Voc. auf „KLEINE HELDEN“
Christian Felke | Sax auf „HOKUSPOKUS“

Texte

– Keine –

Anmerkungen | Sonstiges

Die drei LPs und das Booklet sind in einer Cover-Box aus Pappe untergebracht. Die Bandarole ist um die Cover-Box herum geführt. Auf der Rückseite ist die Titelübersicht zu finden, wie auch auf der Cover-Box. Zudem findet sich hier ein Live-Foto über das, an der linken Seite, die Tourtermine abgedruckt sind. Die Bandarole selbst ist aus normalem (dünnen) Papier und ist ungeschützt, weshalb sie in entsprechend gut erhaltener Version eher selten zu finden sein wird.

Seltenheitsgrad

– sehr selten zu finden


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